Ort
Schlössli Götzental, Dierikon
Besetzung
Franz Schubert zu seinem Freund Franz von Schober:
„Mir gefallen diese Lieder mehr als alle anderen, und euch werden sie auch noch gefallen.“
Bärbel Weber · Paul-Ernst Knötzele · Ingo Münch · Helmut Anton Zirkelbach
Franz Schubert (1797–1828) komponierte seinen vorletzten Liederzyklus «Winterreise» op. 89 / D 911 nach den 1824 veröffentlichten Gedichten von Wilhelm Müller (1794–1827) – in zwei Abteilungen: Nr. 1–12 im Februar, Nr. 13–24 im Oktober 1827.
Es sind Zustandsbeschreibungen zweier des Lebens müder Künstler, die sich persönlich nicht kannten und doch seelenverwandt waren. Eine Annäherung an dieses herausragende Werk – eines von rund 1000 Kompositionen Schuberts, davon allein etwa 600 Lieder – versuchen Bärbel Weber, Paul-Ernst Knötzele, Ingo Münch und Helmut Anton Zirkelbach auf den Spuren der Musik, der Gedichte und der Bildenden Kunst.
Schubert hat nur wenig von seinem Schaffen gedruckt gesehen: Zu Lebzeiten erschien keine seiner neun Sinfonien, eines von fünfzehn Streichquartetten und drei von mindestens zwölf Klaviersonaten. Die zweite Abteilung der «Winterreise» wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht.
Gegenüber Wilhelm Müllers Gedichtzyklus «Die Winterreise» hat Schubert die Texte geringfügig verändert – angefangen beim Weglassen des Artikels im Titel, was bereits eine Interpretation bedeutet, nämlich Schuberts. Um beiden Künstlern gerecht zu werden, erklingen an diesem Abend Schuberts Musik und Müllers Text.
Ausstellung
Helmut Anton Zirkelbach, 1999/2000
Zirkelbachs Zyklus ist eine grafische Annäherung an Schuberts Liederzyklus – keine Illustration, sondern ein abstrakt-emotionaler Nachvollzug des seelischen Abstiegs. In vierundzwanzig Blättern überträgt er den Winter nicht in die Landschaft, sondern in die Substanz der Kunst selbst.
Die bereits geätzten Druckplatten werden aufgebrochen, geritzt und verletzt. Diese Brüche und Narben prägen jeden Abzug und werden zum bildnerischen Äquivalent der gebrochenen Seele des Wanderers. Auf Schwarz, Weiss und Kaltnadelgrau reduziert, entstehen erstarrte Bäume, vereiste Wege und gestische Felder innerer Zerrissenheit. Die Mappe, auf zehn Exemplare limitiert, ist seit Langem vergriffen.
Violine
Klavier
Sprecher
Radierungen
Helmut Anton Zirkelbach, 1962 in Schorndorf geboren, arbeitet seit 1985 als freischaffender Künstler; im selben Jahr gründete er das Atelier 4 in Schorndorf. 1991 entstanden seine ersten Radierungen, 1995 zog er auf die Schwäbische Alb und richtete dort Atelier und Druckwerkstatt ein. Ab 2005 kamen Bildobjekte aus Holz hinzu. Im Zentrum seines Schaffens steht die Landschaft – der unerschöpfliche Formenreichtum der Natur, zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit.
Immer wieder antwortet Zirkelbach in grossen Werkzyklen auf Literatur und Musik: «Gesang von mir selbst» (1992/93, 52 Radierungen zu Walt Whitman), «Winterreise» (1999/2000), der «Tailfinger Totentanz» (2008), «préludes» (2014, 24 Radierungen zu Chopin) und «Der Tod und das Mädchen» (2023).
Er ist Mitglied im Verband Bildender Künstler Württemberg, dessen Region Neckar-Alb er von 2000 bis 2009 leitete, sowie im Künstlerbund Tübingen und gründete 2007 die Produzentengalerie Pupille in Reutlingen. 2017 erhielt er den Kunstpreis der VR-Bank Aalen, 2021 und 2022 Stipendien des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung Baden-Württemberg.
Datum
Samstag, 26. September 2026
17:00 - 20:00 Uhr, mit Pause
Ort
Schlössli Götzental
Götzentalstrasse 95, 6036 Dierikon
Kontakt
Erleben Sie diesen Abend live.
Tickets Reservieren