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GÖTZENTAL
KULTUR

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26. September 2026 | 17:00 - 20:00 Uhr, mit Pause

Winter­reise

Franz Schubert «Winterreise» –
eine Annäherung
Violine, Piano, Sprache & Radierungen

Ort

Schlössli Götzental, Dierikon

Besetzung

  • Bärbel Weber (Violine)
  • Paul-Ernst Knötzele (Klavier)
  • Ingo Münch (Sprecher)
  • Helmut Anton Zirkelbach (Radierungen)

Franz Schubert zu seinem Freund Franz von Schober:

„Mir gefallen diese Lieder mehr als alle anderen, und euch werden sie auch noch gefallen.“

Bärbel Weber, Paul-Ernst Knötzele, Ingo Münch und Helmut Anton Zirkelbach

Bärbel Weber · Paul-Ernst Knötzele · Ingo Münch · Helmut Anton Zirkelbach

Zum Programm

Franz Schubert (1797–1828) komponierte seinen vorletzten Liederzyklus «Winterreise» op. 89 / D 911 nach den 1824 veröffentlichten Gedichten von Wilhelm Müller (1794–1827) – in zwei Abteilungen: Nr. 1–12 im Februar, Nr. 13–24 im Oktober 1827.

Es sind Zustandsbeschreibungen zweier des Lebens müder Künstler, die sich persönlich nicht kannten und doch seelenverwandt waren. Eine Annäherung an dieses herausragende Werk – eines von rund 1000 Kompositionen Schuberts, davon allein etwa 600 Lieder – versuchen Bärbel Weber, Paul-Ernst Knötzele, Ingo Münch und Helmut Anton Zirkelbach auf den Spuren der Musik, der Gedichte und der Bildenden Kunst.

Schubert hat nur wenig von seinem Schaffen gedruckt gesehen: Zu Lebzeiten erschien keine seiner neun Sinfonien, eines von fünfzehn Streichquartetten und drei von mindestens zwölf Klaviersonaten. Die zweite Abteilung der «Winterreise» wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht.

Gegenüber Wilhelm Müllers Gedichtzyklus «Die Winterreise» hat Schubert die Texte geringfügig verändert – angefangen beim Weglassen des Artikels im Titel, was bereits eine Interpretation bedeutet, nämlich Schuberts. Um beiden Künstlern gerecht zu werden, erklingen an diesem Abend Schuberts Musik und Müllers Text.

Ausstellung

Radierzyklus
«Winterreise»

Helmut Anton Zirkelbach, 1999/2000

Zirkelbachs Zyklus ist eine grafische Annäherung an Schuberts Liederzyklus – keine Illustration, sondern ein abstrakt-emotionaler Nachvollzug des seelischen Abstiegs. In vierundzwanzig Blättern überträgt er den Winter nicht in die Landschaft, sondern in die Substanz der Kunst selbst.

Die bereits geätzten Druckplatten werden aufgebrochen, geritzt und verletzt. Diese Brüche und Narben prägen jeden Abzug und werden zum bildnerischen Äquivalent der gebrochenen Seele des Wanderers. Auf Schwarz, Weiss und Kaltnadelgrau reduziert, entstehen erstarrte Bäume, vereiste Wege und gestische Felder innerer Zerrissenheit. Die Mappe, auf zehn Exemplare limitiert, ist seit Langem vergriffen.

Radierung zu «Gute Nacht» von Helmut Anton Zirkelbach
Gute Nacht
Radierung zu «Die Krähe» von Helmut Anton Zirkelbach
Die Krähe
Radierung aus dem Zyklus «Winterreise» von Helmut Anton Zirkelbach
Aus dem Zyklus «Winterreise»
Zeichnung «Der greise Kopf» von Helmut Anton Zirkelbach
Der greise Kopf

Über die Künstler

Bärbel Weber

Bärbel Weber

Violine

Bärbel Weber studierte an den Staatlichen Hochschulen für Musik in Hannover und Würzburg und ist seither als freischaffende Geigerin und Musikpädagogin in Erlangen und Stuttgart tätig. Als Solistin, Konzertmeisterin und Stimmführerin arbeitet sie mit verschiedenen Orchestern und Dirigenten zusammen, vor allem mit dem Stuttgarter Orchester sinfonia 02. In Kammermusikprojekten spielt sie auch Viola; seit 2015 leitet sie die Kammermusikreihe in der Haigstkirche Stuttgart.
Paul-Ernst Knötzele

Paul-Ernst Knötzele

Klavier

Paul-Ernst Knötzele studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart bei Prof. André Marchand und besuchte Meisterkurse bei Prof. Naoyuki Taneda und Prof. Arnulf von Arnim. Neben seiner umfangreichen Lehrtätigkeit tritt er als Liedbegleiter, Kammermusiker und Solist auf. 2002 gründete er mit seiner Frau Elke Knötzele die Reihe «Kultur in der Scheune»: In der zum Konzertraum umgebauten Scheune finden regelmässig Klavier- und Liederabende, Kammermusik, Lesungen und Ausstellungen statt.
Ingo Münch

Ingo Münch

Sprecher

Ingo Münchs Leidenschaft für das Theater begann als Kind beim KAST Theaterforum Spiel und Theater. Von 1996 bis 2004 prägte er die Theatergruppe der TU Kaiserslautern als Schauspieler, Regisseur und Produzent – mit Rollen in Karel Čapeks «Die weisse Krankheit», Aristophanes’ «Lysistrata» und Neil Simons «The Last of the Red-Hot Lovers» sowie Inszenierungen wie Sartres «Geschlossene Gesellschaft». Hinzu kamen englischsprachige Produktionen, Lesungen, Kabarett und theaterpädagogische Projekte. 2024 kehrte er zum KAST Theaterforum zurück und stand 2025 in Remscheid als Macbeth auf der Bühne.
Helmut Anton Zirkelbach

Helmut Anton Zirkelbach

Radierungen

Helmut Anton Zirkelbach, 1962 in Schorndorf geboren, arbeitet seit 1985 als freischaffender Künstler; im selben Jahr gründete er das Atelier 4 in Schorndorf. 1991 entstanden seine ersten Radierungen, 1995 zog er auf die Schwäbische Alb und richtete dort Atelier und Druckwerkstatt ein. Ab 2005 kamen Bildobjekte aus Holz hinzu. Im Zentrum seines Schaffens steht die Landschaft – der unerschöpfliche Formenreichtum der Natur, zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit.

Immer wieder antwortet Zirkelbach in grossen Werkzyklen auf Literatur und Musik: «Gesang von mir selbst» (1992/93, 52 Radierungen zu Walt Whitman), «Winterreise» (1999/2000), der «Tailfinger Totentanz» (2008), «préludes» (2014, 24 Radierungen zu Chopin) und «Der Tod und das Mädchen» (2023).

Er ist Mitglied im Verband Bildender Künstler Württemberg, dessen Region Neckar-Alb er von 2000 bis 2009 leitete, sowie im Künstlerbund Tübingen und gründete 2007 die Produzentengalerie Pupille in Reutlingen. 2017 erhielt er den Kunstpreis der VR-Bank Aalen, 2021 und 2022 Stipendien des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung Baden-Württemberg.

Datum

Samstag, 26. September 2026
17:00 - 20:00 Uhr, mit Pause

Ort

Schlössli Götzental
Götzentalstrasse 95, 6036 Dierikon

Erleben Sie diesen Abend live.

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